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Wettbewerb „Die gute Form 2013“ - Auszeichnungen für hervorragende Gesellenstücke

Die Teilnehmer an der Landesausscheidung 2013.

Die Preisträger 2013

Hier finden Sie alle ausgestellten Stücke zum Download als PDF-Datei (2,69 MB).

 

 

 

1. Platz: Peter Häusler, Sideboard

Das Sideboard in Esche von Peter Häusler aus Edewecht, der bei der Firma Hergen Garrelts Möbelgestaltung in Bad Zwischenahn ausgebildet wurde, überzeugte die Jury.

Die Jurybegründung: 

Dieses Gesellenstück überzeugte die Jury nicht nur durch die materialgerechte und exquisite Verarbeitung, sondern auch durch die vorbildliche Gestaltung. Die intensive Auseinandersetzung mit der Wirkung der Proportionen, der reizvolle Kontrast und die Reduktion auf die beiden Materialien Esche und Stahl machen dieses Möbel zu etwas ganz Besonderem. Das zugrunde liegende, augenscheinlich einfache variable Prinzip wird kreativ interpretiert und fordert zum Spielen heraus: Böden werden zu Fronten bzw. Schiebetüren, der Schubkasten zu einem Regal, eine "Spardose" kann wiederum als Schubkasten oder Rückwand dienen. Trotz der Notwendigkeit, wegen des unterschiedlichen Einsatzes der einzelnen Elemente, bestimmte Maße einhalten zu müssen, ist die Linienführung in sich stimmig. Das wird insbesondere unterstrichen durch die vertikale Flächenaufteilung der einzelnen Riegel der Schiebeelemente, die konstruktiv folgerichtig und eben nicht miteinander verbunden sind, sondern funktional durch die Laufschienen fixiert werden.

 

 

2. Platz: Hubert Schnerre, Verwandlungsmöbel

Hubert Schnerre aus Merzen lernte sein Handwerk bei der Firma Richter Möbelwerkstätten GmbH in Fürstenau und kam mit seinem Verwandlungsmöbel aus Tineo ebenfalls aufs Siegerpodest.

Die Jury begründet wie folgt: 

Bei diesem Verwandlungsmöbel steht die Mehrfachnutzung im Vordergrund, schnell kann es den jeweiligen Bedürfnissen und der Raumsituation angepasst werden. Der kompakte Monolith wandelt sich bei näherer Betrachtung zu einem wohl durchdachten Nutzungskonzept: ein Tisch und eine Bank lassen sich quasi aus dem Möbel herausdrehen. Das wunderschöne Furnierbild "Tineo" oder indischer Apfel wird von einem dunkel gebeizten Rahmen oben und seitlich eingefangen, die "Störung" durch die Bankseite verleiht der Front ein gewisses Spannungsverhältnis, macht neugierig und unterstreicht die ausgewogenen Proportionen. Durch das Zurückbleiben von asymmetrischen Elementen beim Herausdrehen von Bank und Tisch ergeben sich neu strukturierte Ansichtsflächen. Die Schubkästen und Türen halten sich hinter Tip-On-Beschlägen verborgen, um die wohltuend ruhige Gesamtwirkung nicht zu stören.





3. Platz: Greta Clausen, Schreibtisch

Greta Clausen aus Bremen lernte ihr Handwerk bei der Tischlerei Rohmeyer in Fischerhude und kam mit ihrem Schreibtisch aus Eiche auf den 3. Platz.

Die Jury begründet wie folgt: 

Der als freistehendes Objekt geplante Schreibtisch in Eiche Vollholz besticht durch seine puristische Form und seine Anlehnung an den Retrostil, hier aber als eine pfiffige Neuinterpretation umgesetzt! Der Mut zur Reduktion auf das Wesentliche einmal bei den Materialien Eiche, MDF lackiert und Stahl und der Form lässt das Möbel sehr harmonisch wirken. Hervorzuheben ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Vollholz: Erst die genaue Betrachtung des Möbels zeigt, dass es sich hier nicht um ein Plattenmöbel handelt, sondern um den Einsatz von hauptsächlich "natürlichen" Materialien. Die fachlich notwendige Konstruktion lässt sich nur vermuten. So war es sicher nicht der Neuerungsgrad, der die Jury begeisterte, sondern das Weglassen von Überflüssigem, nicht "Mehr" sein zu wollen und Handwerkskunst modern und klassisch zu gleich zu interpretieren.

 

 

Die Belobigungen

Henrike Sander, Solomöbel

Eine Belobigung erhielt Henrike Sander aus Lüneburg für ihr Solomöbel aus Olivesche und Weißbuche. Ihr Ausbildungsbetrieb ist die Bau- und Möbeltischlerei Jörg Korittke aus Adendorf.

Die Jury sagt dazu:

"Auf die Spitze getrieben" könnte man dieses Solomöbel umschreiben: Die kubische Form, die Anordnung der Türen und des Schubkastens, die sich über Eck öffnen lassen, der keck an einer Ecke herausblickende konisch zulaufende Fuß und das Äußere - weiße Wandfarbe und ein grob gewebtes Tuch machen die Struktur der Oberfläche möglich. Das alles zusammen macht den formalen Reiz des liebevoll gestalteten Möbels aus und verleiht ihm Leichtigkeit. Schräg über den gesamten Korpus ziehende Fugen betonen die skulpturale Wirkung und weisen auf die Nutzung hin. Das Thema "Spitze" wurde bis hin zur Anordnung der Grifflösung konsequent durchgespielt. 

 

 

Judith Siegismund, Schreibtisch

Eine weitere Belobigung erhielt Judith Siegismund aus Lüneburg für ihren Schreibtisch aus Kirsche. Ihr Ausbildungsbetrieb ist die Tischlerei HolzWerk aus Altenmedingen.

Die Jury sagt dazu:

Bei diesem Schreibtisch handelt es sich um eine bekannte, klassische Form eines bekannten Möbels: Holzauswahl, konisch zulaufende Beine, das Gestell mit Schlitz und Zapfen. Bei näherer Betrachtung ergeben sich 3 Überraschungen: Die stichbogenförmige Ausführung der Schublade, das Aufklappen der Tischplatte bietet weitere ungeahnte Unterbringungsmöglichkeiten und das rechte gedrehte Bein weist für den Fachmann auf die unerwünschte Eigenschaft von Kirschbaum zum Drehen hin. Die Leichtigkeit und der Witz, mit der bei diesem Möbel mit der Gestaltung umgegangen wurde, hat die Jury an die Gruppe Memphis erinnert, eine Gruppe von Designern, die mit den in den 1970er-Jahren vorherrschenden Regeln des Funktionalismus radikal brachen: Form follows fun!

 

 

 

Lukas van den Berg, Kräuterschrank

Eine weitere Belobigung erhielt Lukas van den Berg aus Osten für seinen Kräuterschrank aus Oliv-Esche. Sein Ausbildungsbetrieb ist Die Tischlerei Kresken GmbH aus Stade.

Die Jury begründet:

Die naturgeölten Buchseiten dieses mobilen Koffermöbels nehmen das Benutzerthema auf: Die Aufbewahrung und Verarbeitung von Kräutern und Gewürzen (Herbarium). Der selbstentwickelte Bandmechanismus ermöglicht den Bewegungsspielraum vom geschlossenen kompakten Korpus über eine langgestreckte Anrichte bis hin zu einem Arbeitsplatz in U-Form. Die organisch geformten Griffe und die Rundungen der Platte spiegeln den Naturcharakter wider. Dieses sehr persönlich gestaltete Möbel erzählt dem Betrachter viel über den Erbauer. Einzig die Ausgestaltung der Schubladen hätte sich die Jury in einem anderen, ebenfalls natürlichem Material vorstellen können.

 

 

Der Publikumspreis

Manja Binder, Wiege

Mit großem Abstand wurde das Gesellenstück, eine Wiege aus Ulme und Rüster, von Manja Binder aus Celle, vom Publikum als beliebtestes Stück gewählt.

Ausbildungsbetrieb war hier die Tischlerei & Drechslerei Kai Simonsen aus Uelzen.